Freitag, 27. November 2020
https://www.youtube.com/watch?v=hwK6o9cCcPU

https://de.wikipedia.org/wiki/Vererbung_(Biologie)
aus der Quelle, zitiert: "Nicht-Mendelsche Vererbung
Zu großen Teilen folgt die Vererbung nicht den Mendelschen Regeln. Eine sehr häufige Abweichung ist die Genkopplung, bei der verschiedene Gene nicht unabhängig voneinander vererbt werden, sondern miteinander gekoppelt, weil sie auf demselben Chromosom liegen. Jedes Chromosom im haploiden Chromosomensatz bildet insofern eine Koppelungsgruppe. Allerdings ist auch die Koppelung nicht absolut, sondern wird durch das Crossing-over bei der Meiose zum Teil aufgehoben. Daher werden Gene umso stärker gekoppelt vererbt, je näher sie auf dem Chromosom beieinander liegen, während weit voneinander entfernt lokalisierte Gene unabhängig vererbt werden, weil zwischen ihnen mit Sicherheit mindestens einmal Crossing-over stattfindet.[12]

Eine weitere Ausnahme ist die zytoplasmatische Vererbung, die auf Genen beruht, welche nicht in den Chromosomen, sondern in den Mitochondrien oder Plastiden liegen. Da diese Organellen nur im weiblichen Geschlecht weitergegeben werden, erfolgt hier die Vererbung allein in der weiblichen Linie (maternal).

Diverse weitere Abweichungen von der Mendelschen Vererbung werden als Meiotic Drive zusammengefasst. Da handelt es sich darum, dass bestimmte Gene oder Chromosomen häufiger in die Gameten gelangen als ihre Homologen (nicht-zufällige Segregation bei der Meiose) oder auf andere Weise bevorzugt an die Nachkommen weitergegeben werden.[13]

Ebenfalls nicht den Mendelschen Regeln folgt die epigenetische Vererbung, die im nächsten Abschnitt behandelt wird."

https://www.youtube.com/watch?v=rZMAJopduSw

https://www.youtube.com/watch?v=VL4inZK3wcA

https://www.youtube.com/watch?v=S6jjr_twXWA

https://www.youtube.com/watch?v=mI-gz_KzqxQ

https://www.spektrum.de/magazin/genetik-heute/824637

https://www.wissenschaft-aktuell.de/rubriken/Genetik.html

Aus der letzten Quelle, zitiert:
"Anthropologie Evolution Genetik Hirnforschung Molekularbiologie
Evolution des Menschen: Neues Gen ließ das Gehirn wachsen
Von Joachim Czichos
Ein Gen, das nur beim Menschen und nicht bei Affen vorkommt, beeinflusst einen Signalweg im Fötus so, dass vermehrt Neuronen der Großhirnrinde entstehen
Menschlicher Schädel mit eingezeichnetem Gehirn
Menschlicher Schädel mit eingezeichnetem Gehirn
© Fiddes et al./Cell
Brüssel (Belgien)/Santa Cruz (USA) - Das Erbgut des Menschen unterscheidet sich nur minimal von dem des Schimpansen. Doch im Lauf der Evolution sind durch Genverdopplungen und anschließende Veränderungen einige Gene entstanden, die nur im menschlichen Genom vorkommen. Dazu zählt eine Gruppe von Genen, welche die Produktion von Neuronen der Großhirnrinde steigert, und so zu einer starken Vergrößerung des Denkorgans beigetragen hat. Das berichten jetzt eine belgische und eine amerikanische Forschergruppe im Fachblatt „Cell“. Eine verstärkte oder verringerte Aktivität dieser Gene könnte zu übermäßigem oder eingeschränktem Hirnwachstum führen (Makro- oder Mikrozephalie) und eine Ursache von Autismus und Schizophrenie sein. Die genetische Veränderung verbesserte also nicht nur die Denkleistung, sondern erhöhte wahrscheinlich auch das Risiko für Hirnerkrankungen und psychische Störungen.
„Wir wollten herausfinden, was in der menschlichen Evolution die Entwicklung des größeren Gehirns – insbesondere der Großhirnrinde – bewirkte“, sagt Pierre Vanderhaeghen von der Université Libre de Bruxelles. „Da die Vergrößerung des Gehirns relativ schnell ablief, war es naheliegend anzunehmen, dass neu entstandene Gene dafür verantwortlich gewesen sein könnten.“ Die Zellen der Großhirnrinde entwickeln sich aus speziellen Vorläuferzellen, die aus neuronalen Stammzellen hervorgegangen sind. Im menschlichen Fötus vermehren sich diese Vorläuferzellen zunächst durch zahlreiche Zellteilungen, bevor sie sich schließlich in reife Neuronen umwandeln. Bei Mäusen und Affen dagegen ist dieser Prozess abgekürzt: Schon nach wenigen Zellteilungen entstehen Neuronen, deren Gesamtzahl daher deutlich geringer ausfällt als beim Menschen. Die Ursache für diesen Unterschied war bisher nicht bekannt.

Vanderhaeghen und seine Kollegen suchten nach spezifisch menschlichen Genen, die dafür verantwortlich sein könnten. Dazu analysierten sie die Aktivität von Genen in fötalem Hirngewebe. Sie konnten 35 Gene identifizieren, die bei der Entwicklung der Großhirnrinde überaus aktiv waren. Einige davon waren offenbar nach Verdopplung des im Erbgut von Affen vorhandenen NOTCH2-Gens entstanden. NOTCH2-Gene sind an der Kontrolle eines Signalwegs beteiligt, der die Hirnentwicklung steuert. Drei der als NOTCH2NL bezeichneten nur beim Menschen vorkommenden Varianten dieser Gene verstärkten die Wirkung des NOTCH-Signalwegs. Das verändert den Ablauf der Zellteilungen neuronaler Vorläuferzellen so, dass die für Menschen typische große Zahl an Neuronen und eine entsprechend ausgedehnte Großhirnrinde zustande kommt. Die Forscher vermuteten, dass eine zu schwache oder eine übermäßige Aktivität der NOTCH2NL-Gene angeborene Hirnschäden und psychische Störungen verursachen könnten.

Hinweise darauf fanden die Forscher um David Haussler von der University of California in Santa Cruz bei genetischen Untersuchungen von elf Patienten mit Makro- oder Mikrozephalie. Genetische Veränderungen in der Region der NOTCH2NL-Gene verweisen auch auf einen Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen wie ADHS, Autismus und Schizophrenie. Hausslers Arbeitsgruppe untersuchte Hirngewebe, das aus Stammzellen von Menschen und Affen gezüchtet wurde. In den so erzeugten „zerebralen Organoiden“ – auch „Minihirne“ genannt – entwickeln sich die für die Großhirnrinde charakteristischen Strukturen aus vernetzten Neuronen. In Organoiden menschlicher Zellen, aus denen die NOTCH2NL-Gene entfernt worden waren, entstanden Zellen der Großhirnrinde zwar schneller, aber in geringerer Zahl. NOTCH2NL-Gene fanden sich nur in menschlichen Zellen, nicht aber in Organoiden von Makaken und nicht im Erbgut von Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans.

Demnach müsse es, so die Autoren, vor drei bis vier Millionen Jahren bei einem gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffen zu einer Verdopplung des NOTCH2-Gens gekommen sein. Das Duplikat, ein Pseudogen, hatte zunächst keine Funktion. Während der weiteren Evolution zum Menschen allerdings wurden daraus neue funktionierende NOTCH2NL-Gene. Wie Genomvergleiche zeigten, verfügten darüber auch schon die Neandertaler und die Denisova-Menschen. „Wir könnten unser großes Gehirn zum Teil der Duplikation von NOTCH2 und anderer Gene verdanken“, sagt Haussler. „Aber damit verbunden war eine erhöhte Instabilität in einem Abschnitt des Chromosoms 1, wodurch wir anfälliger für ein gestörtes Hirnwachstum und psychische Erkrankungen wurden.“

© Wissenschaft aktuell
Quelle: „Human-specific NOTCH2NL genes expand cortical neurogenesis through Delta/Notch regulation“, Ikuo K. Suzuki et al.; Cell, DOI: 10.1016/j.cell.2018.03.067
„Human-specific NOTCH2NL genes affect Notch signaling and cortical neurogenesis“, Ian T. Fiddes et al.; Cell, DOI: 10.1016/j.cell.2018.03.051
Weitere Artikel zu diesem Thema:
Am Beginn der Menschwerdung stand mehr soziale Intelligenz
Evolution: Ernährung beeinflusste die Hirngröße der Primaten mehr als soziale Beziehungen
Blutdürstiges Gehirn steigerte die Intelligenz der frühen Menschen"

https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-die-vererbung.3343.de.html

https://www.planet-wissen.de/natur/anatomie_des_menschen/vererbung/index.html

Aus der letzten Quelle, zitiert:
"Der Bauplan des Lebens
Der Bauplan des Lebens liegt in den Genen und die legen Eltern ihren Kindern mit in die Wiege. Doch was ist mit der Persönlichkeit? Werden auch Charaktereigenschaften vererbt oder spielt die Umwelt in unserer Entwicklung eine entscheidende Rolle? Was wird vererbt, was wird erlernt?

Schon in der Antike fiel Philosophen wie Aristoteles auf, dass Kinder äußerlich oft ihren Eltern ähneln. Aber damals war man noch weit davon entfernt zu verstehen, wie solche Erbanlagen an die Nachkommen weitergeben werden. Es dauerte noch viele Jahrhunderte, bis man dem Phänomen auf die Spur kam.

Erst 1865 entdeckte der Augustinermönch Gregor Johann Mendel erste grundlegende Mechanismen der Vererbung. Er kreuzte Erbsenpflanzen und beobachtete, dass körperliche Merkmale nach bestimmten Regeln an Tochterpflanzen vererbt werden.

Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde klar, dass dieses Phänomen auf der Verschmelzung von weiblichen und männlichen Keimzellen beruht. Sogenannte Chromosomen wurden dann später als Träger der Erbinformation identifiziert.

Und 1953 gelang es schließlich James Watson und Francis Crick, auch die Struktur der DNS aufzuschlüsseln, aus der ein Chromosom besteht. Das Chromosom setzt sich aus einem langen DNS-Faden zusammen, der in Form einer Doppelhelix fein verdrillt im Zellkern liegt.

Heute weiß man, dass bei der menschlichen Fortpflanzung von jedem Elternteil je 23 Chromosomen an das Kind weitergegeben werden. In jeder Körperzelle befindet sich somit eine doppelte Ausführung des Bauplans des Lebens.

Was aus uns wird, bestimmen die Gene. Ungefähr 25.000 Gene befinden sich auf den Chromosomen. Sie sind es, die für unser Aussehen verantwortlich sind, und sie steuern auch alle Stoffwechselvorgänge im unserem Körper."

Die Weitergabe von Erkrankungen kann vererbt werden, aus der Quelle, zitiert: "Das beste Beispiel für so eine Veranlagung ist der familiär bedingte Brustkrebs. Waren viele Frauen in der Familie bereits an Brustkrebs erkrankt, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ein defektes Gen vererbt worden ist."

Brustkrebs ist natürlich eine der wenigen Krebserkrankungen, wo sehr viel zu geforscht worden ist.
Weiter aus der Quelle, zitiert:
"Das individuelle Brustkrebsrisiko kann eine Frau heute über einen Gentest bestimmen lassen. Die moderne Genetik macht es möglich. Die Frage ist nur: Wie sinnvoll ist so ein Test? Selbst wenn die Veranlagung für Brustkrebs gegeben ist, muss die Krankheit ja nicht unbedingt ausbrechen.

Allein das Wissen um die Gefährdung kann aber den Alltag einer Betroffenen völlig verändern. Möglicherweise wären Frauen mit familiärer Vorgeschichte auch besser beraten, in regelmäßigen Abständen die üblichen Vorsorge-Untersuchungen machen zu lassen."

Ganz wichtiges Themenfeld, wo Forschung Leben retten kann. Wissen kann Leben retten.

Vorsorgeuntersuchungen sind für Frauen wichtig, in diesem Fall; genauso sollten Männer auch ihren Darmbereich ab einem gewissen Alter untersuchen lassen. Ganz wichtige Quelle, in diesem Zusammenhang: "
https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2020/news002-darmkrebs-in-der-familie-risiko-und-frueherkennung.php "


"Was die Zwillingsforschung verrät
Eineiige Zwillinge besitzen eine identische genetische Ausstattung. Insofern sind sie ideale "Versuchsobjekte", um Umwelteinflüsse auf die Ausprägung des Erbguts zu untersuchen. Untersucht wurden zum Beispiel Persönlichkeitsmerkmale von eineiigen Zwillingen, die getrennt voneinander aufgewachsen sind.

Anders ausgedrückt: die verschiedenen Umweltfaktoren ausgesetzt waren. Sehr oft entwickeln eineiige Zwillinge trotzdem sehr ähnliche Persönlichkeitsstrukturen und Vorlieben – ein Hinweis auf die Existenz von genetischen Komponenten in der Persönlichkeitsentwicklung.

Interessant waren auch Befunde bei krankhaften Persönlichkeitsveränderungen, zum Beispiel bei der Schizophrenie. Erkrankt ein Zwilling, besteht beim anderen Zwilling ein 50-prozentiges Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Sowohl die genetische Ausstattung als auch Umweltfaktoren scheinen also eine Rolle zu spielen. Zitiert auch aus: "https://www.planet-wissen.de/natur/anatomie_des_menschen/vererbung/index.html "